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Montag, 4. Dezember 2017

Christkind oder Weihnachtsmann? Das ist hier die Frage...

Bald ist Weihnachten und dieses Jahr müssen mein Mann und ich uns mit der Frage auseinandersetzen, wer an Heiligabend unser Äffchen beschenkt.  
Das Christkind oder der Weihnachtsmann. 

 







        ODER





         

In Süddeutschland, wo wir beide ursprünglich her kommen, ist das keine Frage. Da kommt das Christkind und bringt an Weihnachten heimlich, still und leise die Geschenke und legt sie unter den geschmückten Tannenbaum. Es lässt sich nicht dabei erwischen und so weiß kein Kind genau, wie es aussieht. Man weiß nur, dass es engelsgleich ist, Flügel hat und die Kinder stellen es sich mit langem blonden Rauschehaar vor.

Auch zu mir kam früher das Christkind. Unser Bescherungs-Ritual in meiner Kindheit sah so aus: Meine Mutter nahm meinen Bruder und mich mit in eines der Kinderzimmer, wo wir zusammen spielten. Mein Vater blieb im Wohnzimmer, "in der Hoffnung, das Christkind zu sehen und vielleicht sogar ein Foto davon schießen zu können". Wenn die Glasglocke am Christbaum ertönte wussten wir, das Christkind war da und hat die Geschenke gebracht. Leider war mein Vater nie schnell genug, das Christkind zu fotografieren, also ist er in unserer Familie der Einzige, der es je gesehen hat :).

Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Weihnachten und an die Momente im Kinderzimmer, an das gespannte Warten und das Herzklopfen, wenn dann endlich das heißersehnte Glockengebimmel erklang. Also sollte doch eigentlich klar sein, dass das Christkind auch zum Äffchen kommt. Doch inzwischen leben wir in Norddeutschland und da kommt nunmal der Weihnachtsmann zu den meisten Kindern. Er lebt im hohen Norden, da bietet es sich natürlich an, dass er die norddeutschen Kinder beschenkt. Schließlich hat er da keinen allzu weiten Weg. An Heiligabend kommt er mit dem Rentierschlitten angeflogen und bringt die Geschenke. Manchmal heimlich, manchmal zeigt er sich auch und freut sich über ein kleines Gedicht von den Kindern oder ein auf der Blockflöte vorgetragenes Weihnachtslied.

Nun war ich in einem Zwiespalt, wie wir das mit dem Äffchen handhaben sollten. Einerseits wollte ich mich eben wegen meiner Kindheit und den schönen Gedanken ans Christkind dafür entscheiden. Andererseits wird wahrscheinlich der Großteil von Äffchens Freunden vom Weihnachtsmann beschenkt und ich möchte eigentlich keine Verwirrung bei dem Äffchen (oder ihren Freunden) stiften. 

Nach einigen Überlegungen kam mir dann eine gute Idee, wie man sozusagen beide, das Christkind und den Weihnachtsmann, unter einen Hut (oder in dem Fall eine rote Zipfelmütze) bringen kann. Ich möchte, dass das Äffchen vom Christkind beschenkt wird, auch wenn wir in Norddeutschland leben. Deshalb habe ich mir folgende Geschichte ausgedacht:

"Inzwischen gibt es soooo viele Kinder auf der Welt, dass das Christkind es unmöglich schaffen kann, an Heiligabend ALLE Kinder rechtzeitig zu beschenken. Und weil ja kein Kind leer ausgehen oder mit Verspätung beschenkt werden soll hat es sich den Weihnachtsmann als Verstärkung mit ins Team geholt. Seither teilen sich die beiden die Arbeit auf. Einige Kinder werden also vom Christkind, die anderen Kinder vom Weihnachtsmann beschenkt."

Dieses Jahr wird das Äffchen das ja wahrscheinlich noch nicht so ganz verstehen, aber nächstes Jahr ist sie dann 3 Jahre alt an Weihnachten. Spätestens dann packe ich diese Geschichte aus.

Vielleicht noch ein Wort zum Schluss. Es gibt ja immer wieder die Diskussion, ob man sein Kind anlügt, wenn man ihm vom Weihnachtsmann und Osterhasen erzählt. Dadurch, dass ich mit dem Christkind und dem Ritual zu Weihnachten so eine schöne Kindheit hatte, kam mir, als ich etwas älter wurde und merkte, dass es kein Christkind gibt, trotzdem niemals in den Sinn, mich von meinen Eltern veräppelt zu fühlen. Es war eine schöne Zeit, sie hatte dadurch einen geheimnisvollen Zauber. Und irgendwann war sie eben vorbei und das war auch okay. Trotzdem hat das Weihachtsfest auch hinterher diesen Zauber nie verloren. Es gab also für mich nie einen Grund, meinen Eltern deswegen Vorwürfe zu machen. Ich möchte meiner Tochter diesen Zauber auch bereiten und habe keine Angst, dass sie mich später mal Lügnerin nennt :).  

In diesem Sinne, "ho ho ho"!

Kommentare:

  1. hihi, ja das stimmt ... die Unterschiede sind regional! ich bin mit beidem aufgewachsen, weil ein Teil meiner Familie in Bayern gelebt hat und der andere mit mir in Berlin :)

    alles Liebe,
    ❤ Tina von www.liebewasist.com

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    1. Oha, das ist dann sicher schwierig zu vereinen!

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  2. Erst gestern habe ich mich mit meinen Freunden über dieses Thema unterhalten.
    Wir sind alle mit dem Christkind aufgewachsen, aber eine Freundin, die im Kindergarten arbeitet meinte, dass heutzutage alle Kinder an den Weihnachtsmann glauben ��

    Also ich bin eindeutig Team Christkind und sollte ich einmal Kinder haben, werden sie wohl auch damit aufwachsen ��

    Liebe Grüße, Kay.
    www.twistheadcatssite.wordpress.com

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    1. Ja, ich kenne auch fast nur welche aus Team Weihnachtsmann und war deshalb überhaupt erst ins Grübeln gekommen...

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  3. Stimmt, bisschen schwierig. Mein Mann kommt aus Norddeutschland und bringt den Weihnachtsmann in unsere Familie, denn wir sind hier im Team "Christkind". Unsere Kinder wachsen mit beiden auf, denn auch im Fernsehen und in Büchern ist es oft beides. Ich hab das so erklärt, dass die beiden sich den Job teilen: das Christkind die südliche Halbkugel und der Weihnachtsmann die nördliche. Irgendwie war das wohl einleuchtend für meine Kinder.

    LG, Bea.

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    1. Super, dann hast du es ja ganz ähnlich gelöst wie ich!

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  4. Hey,
    diese Frage musste ich mir glücklicherweise noch nicht stellen, da ich keine habe.
    ich kenne übrigens nur den Weihnachtsmann aus meiner Kindheit.
    Liebe Grüße,
    ICA|KGL Travel & Festival Stories
    http://icakgl.wordpress.com

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  5. Bei uns kam auch immer das Christkind. Es gehört einfach zur Weihnachtsgeschichte. Aber die Version mit beiden gefällt mir auch ganz gut. Wirklich sehr schön geschrieben.
    Liebe Grüße, Selda.

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  6. Ja das ist oft wirklich verwirrend und eine schwierige Frage. Wir sind jedoch alle mit dem Christkind aufgewachsen und bleiben diesem auch treu. Geben den Kindern auch die Geschichte vom Christkind weiter.

    Liebe Grüße,
    Patrick

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  7. Wir sind in der Familie englisch / deutsch geprägt. Da kommt das Christkind am 24.12. abends mit den deutschen Geschenken und Father Christmas am ersten Weihnachtstag mit den englischen. Ging bisher ganz gut. Liebe Grüße, Simone

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  8. Also hier bei uns ist und bleibt es das Christkind das die Geschenke bringt!
    Ich war in meiner Kindheit immer am späten Nachmittag mit meiner Großtante und meiner besten Freundin in der Kindermette, dann ing es mit meiner Großtante und dem Großonkel zu uns nach Hause wo eine Glocke geläutet wurde und ich wusste das Christkind war da! Genauso möchte ich die Tradition auch bei unserer Tochter weiterführen!

    Viele Grüße
    Denise
    www.lovefashionandlife.at

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  9. eine sehr süsse idee einen helfer einzubauen! werde ich mir merken!
    glg katy

    www.lakatyfox.com

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